F R A N K  W U N S C H

Pianist · Komponist · Musikpädagoge




Lee Konitz - as, ss · Frank Wunsch - p

1.   Canzona
2.   A Minor Thought
3.   Venice
4.   Sunday Blue
5.   Fortune
6.   Lute Flute
7.   Frankly Speaking
8.   September Waltz
9.   Dolphy And Konitz
10. Low Moon
11. Come Home
12. Body And Soul


Wenn zwei Musiker so frank und frei miteinander korrespondieren und dabei soviele mentale Gemeinsamkeiten offenlegen, steckt mehr dahinter als einfach nur zufällige Stimmigkeit im Studio.

In der Tat spiegelt "Frank-Lee Speking" die Summe aller Erfahrungen wider, die Frank Wunsch und Lee Konitz im Laufe einer sechsjährigen Zusammenarbeit erlebt und erarbeitet haben. Das stete Bemühen, die jeweils musikalischen Vorstellungen in Einklang zu bringen, das gegenseitige Verstehen zu erweitern und derart umzusetzen, dass die emotionale Aussage so verinnerlicht wie möglich gelingt - Ambitionen wie diese werden hier zur Essenz eines Duo-Spiels mit vielen nuancenreichen Facetten.

"Frak-Lee Speaking" mag gelegentlich den Eindruck kammermusikalischer Verarbeitung erwecken - einiges klingt ja auch wirklich klassisch und begnügt sich mit einer unauffälligen Rhytmik.

Im Fall Frank Wunsch gar nicht ungewöhnlich, denn für ihn hat die klassische Tradition neben der des Jazz für Vieles (auch Kompositorisches) nach wie vor Bedeutung. Deshalb auch ist auf dieser CD reichlich für Abwechslung gesorgt. Für Liedhaftes beispielsweise in "Canzona", für freies Spiel in "Dolphy and Konitz", Harmoniegebundenes in "R.S.V.P.", Swingendes in dem Standardstück "Body And Soul".

Zuwünschen bliebe an dieser Stelle, dass auch die Komposition "September Waltz" von Frank Wunsch einmal ein Standard werde - die Qualität hat das Stück allemal. Lee Konitz veröffentlichte es erstmals auf seiner Platte "The New York Album" 1987; inzwischen ist der "September Waltz" obligatorisch im Repertoire der Konitz/Wunsch-Gruppe. Der Titel "Fortune" schließlich mit seinen vier Soli hintereinander, reflektiert Erinnerungen an große Vorbilder, die aud dem Weg zum gemeinsamen musikalischen Ziel der Platte hier und dort Spuren hinterließen.

Bei Wunsch klingen dabei Reminiszenzen an Bill Evans und Bela Bartok etwas deutlicher an. Konitz ist ganz er selbst und entwickelt neue improvisatorische Linien - vielleicht rufen Lässigkeit und Eleganz in seinem Spiel am ehesten Lester Young und Wayne Marsh ins Gedächtnis.

Zweimal wechselt Wunsch auch zu den Tasten eines Cembalos und fügt dem Ganzen damit originelle Farbtupfer bei.

Sie bekommen dieser CD gut - eine gelungene Fortstzung dessen, was Wunsch und Konitz schon auf der 1990 erschienenen CD "S´NICE" begonnen haben.

Hanns E. Petrik























nach oben