F R A N K  W U N S C H

Pianist · Komponist · Musikpädagoge





Peter Decker - ss · Frank Wunsch - p

1. It Could Happen
2. Joana´s Waltz
3. Taro
4. Sternenfahrt
5. Echoes d´Eric Satie
6. Miss Wild´s Something
7. Miss Wild´s Nothing
8. Timanfaya
9. September Waltz
10. Thoughts About Mrs. Winter
11. Mrs. Winter´s Jump
12. Alone Together

Aufgenommen am 15.12.2001 und am 11.03.2002, LOFT, Köln


Erinnerungen an Peter Decker:

Peter besaß eine Eigenschaft, die heute selten geworden ist: er konnte zuhören. Über alles konnten wir tiefe Gespräche führen. Peter war vielseitig interessiert und hatte oft ganz eigene Ansichten. Mit ihm zu musizieren war wie ein Gespräch, er ließ Platz für die Gedanken des anderen, konnte abwarten und die Dinge sich entwickeln lassen. "It Could Happen" - scheinbar absichtslos setzen Klavier und Saxophon Töne und Motive in den Raum, dann eine Kollektivimprovisation, jetzt "in time", zum Schluss eine komplizierte
Unisonolinie in der Tradition von Tristano und Konitz und doch ganz eigen. Lee Konitz war ein unerschöpfliches Thema für Peter und mich. Wir beide hatten unabhängig voneinander mit dem genialen Saxophonisten und Improvisator Tourneen unternommen und CDs aufgenommen.

Wenn man längere Zeit mit Lee Konitz zusammenarbeitet, wird man sehr anspruchsvoll sich selbst und anderen gegenüber. Als Peter und ich im Sommer ´99 zum erstenmal im Duo zusammenspielten, ganz privat und ohne weitere Absichten, herrschte musikalisch weitgehend Übereinstimmung zwischen uns, es war fast so, als hätten wir schon jahrelang zusammengespielt. Ich mochte seinen Klang und seine Linien. Und ich bewunderte ihn, weil er sich als ehemaliger Bergmann und Kraftfahrer autodidaktisch zu einem so großartigen Musiker und Komponisten entwickelt hatte. Peter gefiel meine Art Klavier zu spielen und er stürzte sich mit Begeisterung auf meine Stücke. Besonders liebte er den "September Waltz".

Peter war sehr spirituell, man kann das besonders in "Timanfaya" und "Taro" hören.
Er spielt bei diesen Aufnahmen aus dem "LOFT" in Köln ausschließlich Sopransaxophon. Wir beide fanden, dass dadurch stilistisch eine wunderbare Stimmigkeit entstanden ist.

Jetzt, beim Nachsinnen über diese Erinnerungen, merke ich wieder einmal, wie schade es ist, dass Peters Saxophon nun schon seit mehr als zwei Jahren nicht mehr in einem Club oder Konzertsaal zu hören war. Er fehlt.

Diese Aufnahmen sind ein kleiner Trost für mich und alle Freundinnen und Freunde seiner Musik und eine schöne Erinnerung an einen wundervollen Musiker.

Frank Wunsch
Köln, im Oktober 2005


Mit einem Abstand von mehr als zehn Jahren seit Entstehen dieser Aufnahmen kann ich nach mehrmaligem Anhören von "Taro" sagen, dass Peter auch heute noch als außergewöhnlicher Improvisator und Komponist gelten kann. Mich hat er mit seiner Originalität zu einigen Höhenflügen inspiriert.

Frank Wunsch
Köln, im Mai 2013
















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